7. Rinderleistungsschau Südbrandenburg in Luckau

7. Rinderleistungsschau Südbrandenburg ganz im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums der Rinderherdbuchzucht in der Niederlausitz

Im Rahmen der nunmehr 20. Niederlausitzer Leistungsschau, der sogenannten „Messe im Grünen“, fanden bei strahlendem Sonnenschein am Nachmittag des 26. April 14 zahlreiche Besucher den Weg zum Tierschaugelände im inzwischen weit ausgedehnten Gewerbegebiet-Ost der Stadt Luckau.

Dieser regionalen Schau widmen wir diesen ausführlichen Bericht, da es das Zuchtgebiet mehrerer großer Milchproduktionsbetriebe ist, die sich aktiv für unsere Arbeitsgemeinschaft einsetzen.

Hier konnte man sich schon am Vormittag in zahlreiche mit viel Akribie, Fleiß und Hingabe über die Jahrzehnte zusammengetragene Exponate vertiefen, welche die Entwicklung der traditionsreichen Niederlausitzer Rinderherdbuchzucht, der Milchleistungsprüfung, Melktechnik, der Rasseentwicklung und Rassenvielfalt anschaulich darstellten. Das Zelt mit den Ausstellungsgegenständen und historischen Dokumenten, letztere vom in Groß Kreutz ansässigen Rinderzuchtmuseum des Rinderzuchtverbandes Berlin-Brandenburg präsentiert, war ständig gut besucht. Noch anschaulicher wurde der Rückblick in die Zuchtgeschichte angesichts der der Präsentation des stattlichen DSN-Bullen „Friedrich“ und vor allem durch den Einmarsch verdienter Veteranen der Rinderzucht mit Melkerhemd, Melkkäppi und Einbeinschemel. Der „Rucksackbulle“ auf dem Motorrad und die alten Milchkontrollutensilien auf einer Art Handwagen rundeten das Bild ab und sorgten für viel Gaudi und mancherlei Nachdenklichkeit über die Vergänglichkeit der Dinge und die Mühen, die das tägliche Brot eben auch bedeuten.

Für manchen Lacher oder ein breites Grinsen am anderen Ende des Zeltes sorgten auch die lustigen „KUHlen Beutel“, die von Schülern verschiedener Schulen der Region im Rahmen einer Ausschreibung mit unübersehbarem Spaß und Witz entworfen und unter Verwendung verschiedener Materialien gefertigt wurden. So manches der beteiligten Kinder hatte sich eventuell das erste Mal eine Kuh genauer betrachtet und geahnt, dass Beschäftigung mit Nutztieren auch richtig Freude machen kann.

Aber nun zum eigentlichen Höhepunkt des Tages: Mit einem drei Klassen umfassenden von Pierre Dabow gerichteten Jungzüchterwettbewerb, den die 21 Jahre alte Alexandra Thier mit der Guarini-Tochter und Typtiersiegerin „Coco“ klar gewinnen konnte, begann die Rinderleistungsschau, in der 69 Schaukühe aus den Besamungsvereinen „Niederlausitz“ und „Spreewaldlausitz“ konkurrierten.

Bevor allerdings die Deutschen Holsteins den Weg in den Ring fanden, wurden traditionsgemäß ausgesuchte Vertreterinnen der hauptsächlich in der Niederlausitz beheimateten Genreserve „Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind“ präsentiert.

Der Einmarsch der ersten Jungkuhklasse war für Nicole Volkmann der Start zu ihrem Debut als Preisrichterin, einer echten Herausforderung angesichts der für eine Kreistierschau sehr stark besetzten Klassen. Die Zuchtverantwortliche der Seydaland Rinderzucht GmbH, dem erfolgreichsten Brandenburger Zuchtbetrieb, ließ sich davon allerdings nicht lange verunsichern, sondern verließ sich auf ihr gutes Auge, auf ihren „Kuhverstand“ bis zur letzten, souveränen Entscheidung des Tages, der Misswahl. Doch dazu später.

Die drei besten jungen Kühe hatten Golf, NOG Cadeo und Lonar zum Vater. Die feine „Carschti“ (1. Kontrolle 39,6-4,17-3,09) konnte aufgrund ihres festen, sehr hohen Euters und ihrer trockenen Fundamente den Preis für die beste Jungkuh mit nach Uckro nehmen. Auch das makellose Euter der rahmigen „Lonida“ konnte begeistern, hatte sie in nur 200 Melktagen doch fast 8.000 kg Milch gegeben.

Der erste 1a-Preis der Kühe mit dem zweiten Kalb ging an „Joringel“. Die knapp mittelrahmige, sehr feinzellige Tochter des einstigen RBB-Testbullen Jordin begeisterte die Preisrichterin offensichtlich, verkörperte sie doch genau den Typ Kuh, den sich die Verantwortlichen in den großen, ostdeutschen Anlagen wünschen und zeigte zudem nach einer 1. Laktation von 9.974kg-4,55-3,59 ein ganz hervorragendes Euter, das ihr am Ende des Tages den Euterpreis der Schau einbrachte. Eine weitere 1a-Platzierung ging an „Cindy“ aus der AG Frankena.

Zur Auswahl der in drei Klassen aufgetriebenen Kühe ab der 3. Laktation kann man den Verantwortlichen und natürlich den Besitzern nur gratulieren. Mehrfach Höchstleistungen von 13.500 bis über 15.000 kg in der Laktation bei hoher Vitalität und besten Exterieur ließen die Herzen der Fachleute am Ring höher schlagen. Nicht nur die drei 1a-Preisträgerinnen, Töchter von Goldwin, Jefferson und Dacapo wurden gefeiert, alle Vertreterinnen in den alten Klassen kamen mitten aus dem Leben in großen Herden und kennen keine Privilegien.

Den ALL-Preis für die höchste 3-Generationen-Leistung übergab Sabine Mühlbach, Geschäftsführerin der Seydaland Rinderzucht GmbH und eines der jüngsten Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft. Die Goldwin-Tochter „Sunshine“ und spätere Siegerin der Alten Kuhklassen im Besitz der Landwirtschafts-GmbH Finsterwalde hatte mit ihrer Mutter und Muttersmutter bisher mehr als 200.000 kg Milch geliefert. Die zweite Klasse gewann „Jeany“ von Jefferson aus dem gleichen Betrieb. Unser ALL-Zuchtbeirats-Mitglied Uwe Adler aus dem Milchgut Görlsdorf konnte für die schöne und leistungsstarke Dacapo-Tochter „MG Di“ ebenfalls den Pokal einer Klassensiegerin entgegennehmen.

Auch bei der Übergabe des LKV-Pokals an die Kuh mit der höchsten eigenen Lebensleistung erinnerten sich „Eingeweihte“ an eine der bedeutendsten Kuhfamilien der ALL-Geschichte, hatte „Lobby“ doch Leroy, einen Lee-Sohn aus E. Heinemeiers legendärer P-Familie zum Vater. Mit inzwischen sechs Abkalbungen hatte sie in der AG Frankena inzwischen fast 64.000 kg ermolken.

Bei der wichtigsten Entscheidung des Tages zögerte Nicole Volkmann nicht lange. Die Vorzüge der mittleren Siegerin „Joringel“ überzeugten sie auch am Ende der Konkurrenz und so gab es unter den vielen verschiedenen Siegern den größten Pokal für die AG Ranzig im Landkreis Oder-Spree.

Jungkühe

1a     Kat. 30           „Carschti“           NOG Cadeo x Junker     AG Uckro        SIEGERIN-JUNG

1a     Kat. 42           „Gila“                 Golf x Rumbiak               AG mbH Langengrassau

1a     Kat. 55           „Lonida“             Lonar x Ruffian              AG Görsdorf

 

Mittlere Kühe (2. Laktation)

1a      Kat. 56           „Joringel“         Jordin x Mendoza           AG Ranzig       SIEGERIN-MITTEL

1a      Kat. 76           „Cindy“             Cajus x Edelmann         AG Frankena

 

Alte Kühe (ab 3. Laktation)

1a      Kat. 85           „Sunshine“       Goldwin x Sinus             AG Ranzig       SIEGERIN-ALT

1a      Kat. 96           „Jeany“             Jefferson x Pilatus         LWG mbH Finsterwalde

1a      Kat. 97           „MG Di”            Dacapo x Blauer            MG Görlsdorf

 

ALL-Preis           Kat. 85             „Sunshine“        Goldwin x Sinus           AG Ranzig

LKV-Preis           Kat. 101           „Lobby“              Leroy x Mtoto             AG Frankena

Bestes Euter     Kat. 56             „Joringel“           Jordin x Mendoza        AG Ranzig

 

Miss Südbrandenburg 2014: JORINGEL




< Zurück zur Übersicht