ALL-Genetik ist präsent wie selten!

Dies ist das objektive Ergebnis der letzten Zuchtwertschätzung und findet seine Bestätigung in Töchterzahlen, in kumulierten Erstbesamungen sowie Erstbesamungen der vergangenen vier Monate (von 12/2016 bis 04/2017). In jeder Kategorie sind überzeugende Argumente auszumachen, die unseren Eindruck stärken.

ZW Tabelle_April 2017

 

Unsere Denkansätze haben weitere Bestätigung erfahren. Die Gewichtung der Linearmerkmale in den Exterieur-Indizes wurde verändert. Es hat lange gedauert, bis sich der DHV zu diesem Beschluss durchringen konnte. Unsere langjährige empirische Beobachtung in den Stallgassen fand zuletzt auch wissenschaftlich fundierte Bestätigung. 

Relativzuchtwert_Linearindex

Die Größe wird nunmehr im Optimum bei 112 gekappt, Stärke und Tiefe wurden in ihrer Wichtung verändert, das Optimum der Hinterbeinwinkelung ist auf 100 verschoben (zuvor 88), um nur einige Veränderungen zu nennen. Einen Überblick wie die nicht-linearen Merkmale Berücksichtigung finden zeigt die Grafik, welche vom VIT bereitgestellt wurde.

Traditionell werden mit der Aprilzuchtwertschätzung die Basisanpassungen durchgeführt.  Dieser Effekt ist neben der zuvor erwähnten Anpassung bei der Gewichtung der Linearmerkmale bei den Exterieur-Indizes mit in Betracht zu ziehen.

Zuchtwertabschreibungen ausschließlich aufgrund der Basisanpassung zeigt die folgende Tabelle:

Tabelle Zuchtwerte April 2017 II

Im Gegensatz zum Vorjahr, als ein grundsätzlicher Systemwechsel mit der Umstellung von der Bullen- auf die Kuh-Basis für alle Merkmale sowie die Anpassung der Methodik der genomischen Zuchtwertschätzung umgesetzt wurde, sind dieses Jahr fast ausschließlich negative Werte zu verzeichnen.

Mittlerweile werden die TOP-Listen der aktiven Bullen mit töchterbasierten Zuchtwerten durch die Geburtsjahrgänge 2010-2012 dominiert. Entsprechend unruhig sind die Ranglisten. Um Ihnen ein Gefühl zu geben, haben wir die Top-10 der Zuchtwertschätzung vom April 2016 verfolgt. Gelistet werden die Bullen in ihrer damaligen Rangfolge absteigend. In Klammern nennen wir die Veränderung im RZG und den aktuellen Rangplatz.

DOTCH (-6, 28.), SURAN (-7, 32.), BARITON (-12, nicht mehr aktiv), BENJAMIN (-3, 16.), BEAUTY (-8, 48.), LENNARD (-3, nicht mehr aktiv), MONT BLANC (-9; 93.), SNOW RF (-5; 37.), BABUR (±0, 14.) und CALBINO (-6, nicht mehr aktiv).  Offensichtlich ist die Volatilität, die wir seit der Einführung der genomischen Zuchtwertschätzung haben, nunmehr auch bei den töchtergeprüften Bullen angekommen. Die Übersicht zu behalten wird immer schwieriger.

Einige unserer ALL-LOGO Bullen trotzen dem Trend. EMINEM, HAFNAR, JENTIN und MOWAMBO ließen nur den allgemeinen Abschlag von 3-RZG-Punkten zu. Für Informationen zu den einzelnen Bullen verweisen wir auf unsere aktuelle Zuchtwertabweichungsanalyse.

ALL Mitteilung zur Bescherung

Traditionell zu Weihnachten veröffentlichen wir unsere ALL-Mitteilung, so umfangreich wie noch nie. Ein spannendes Themenheft zur Inzucht. Dieser Leitgedanke führte die Autoren zu Fragestellungen zunehmender Erbfehler, steigender Verwandtschaftsgrade oder dem O-Man -ischen Reich.  Selbstverständlich finden Sie aktuelle Informationen zu den ALL-Logo Bullen. Der zweite Teil des Heftes wurde für die Vorstellung des Betriebes von Familie Köpke, der Zitrone-Kuhfamilie sowie eine betriebswirtschaftliche Betrachtung zur Nutzungsdauer reserviert.

Die Mitteilung steht zum Download bereit. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern und Studieren. Liebe Mitglieder und Freunde der ALL, bleiben Sie neugierig im Interesse unserer Holsteinrasse. Helfen Sie mit, dass wir nicht eines Tages für unsere Holsteinrasse das Resümee „Schöne Bescherung“ ziehen müssen.

Für den Moment wollen wir Ihnen, Ihren Lieben und Familien heimelige, friedvolle und zugleich besinnliche Weihnachtsfeiertage wünschen.

Der Verwandtschaftsgrad steigt und steigt…!

Dies ist der Grundtenor unserer neuen ALL-Mitteilung, welche sich aktuell im Druck befindet. Die Zuchtwertschätzung vom 06.12.2016 kann die Redakteure nur bestätigen. Wir dürfen bereits an dieser Stelle spannende Neuigkeiten druckfrisch für die Weihnachtsfeiertage ankündigen.

Vor einiger Zeit wurde der Titel eines sehr erfolgreichen Western - „Die glorreichen Sieben“ - symbolisch auf die populationsprägenden Bullenväter in der Holsteinzucht übertragen. Bolton, Goldwin, Jocko Besne, BW Marshall, O-Man, Planet und Shottle (BGJMOPS) haben der Rasse ihren Stempel aufgedrückt. Leider hat sich die Voraussage, dass die genomische Zuchtwertschätzung helfen wird, die genetischen Alternativen zu identifizieren und in der Population stärker zu etablieren, nicht bewahrheitet.

Eine einfache Analyse der jeweiligen TOP-50 Bullen in der Zuchtwertschätzung vom Dezember 2016 in den Rubriken „Aktive Bullen mit genomischen oder töchterbasierten Zuchtwerten“ liefert weitere untrügliche Indizien.  Um in der Westernsprache zu bleiben. Vier Cowboys haben abgesattelt. BOLTON, O-MAN und PLANET geben eindeutig den Ton bei den Bullen mit genomischen Zuchtwerten an (Geburtsjahr 2013-2016).  Die alphabetische Namensvielfalt ist nicht mit genetischer Mannigfaltigkeit zu verwechseln. Verfolgt man die Pedigrees über die väterlichen Linien zurück, so lassen sich die Bullen relativ schnell auf die benannten Bullen als direkter Vorfahre zurückverfolgen. O-Man konnte im direkten Vergleich mit der Rubrik „töchterbasierte Zuchtwerte“ seinen Einfluss, insbesondere über die Mutter-Väter, noch ausbauen. Sorgenvoll betrachten wir die Veränderungen auf der Mutter-Vater Seite. Die Anzahl der verschiedenen Bullen hat sich um die Hälfte reduziert. O-Man und Planet dominieren unter den TOP-50 der Bullen mit genomischen Zuchtwerten mit fast 84 % der Mutter-Vater Linie. Details entnehmen Sie bitte der nachfolgenden Tabelle. 

Väterliche Vorfahren Analyse der aktiven TOP-50, Zuchtwertschätzung 12/2016

Direkter Vorfahre

Name

Aktive Bullen -genomischer ZW

Aktive Bullen – töchterbasierter ZW

Vater

Mutter-Vater

Vater

Mutter-Vater

BOLTON

10

1

2

2

GOLDWIN

 

 

1

8

JOCKO BESNE

 

 

 

1

BW MARSHALL

 

2

1

4

O-MAN

26

31

24

14

PLANET

14

11

11

2

SHOTTLE

 

 

7

4

Sonstige

 

 

 

 

AMEL

 

2

 

1

GIBOR

 

 

 

2

LAWN BOY

 

1

 

 

LAUDAN

 

 

 

1

LIGHTNING

 

 

 

1

LUKAS

 

1

 

 

MTOTO

 

1

 

1

OUTSIDE

 

 

 

3

RAMOS

 

 

 

1

SOUTHWIND

 

 

 

1

STARLEADER

 

 

 

1

STEP

 

 

 

1

STORM

 

 

 

1

SUDAN

 

 

3

 

TITANIC

 

 

1

 

WINCHESTER

 

 

 

1

Summe

50

50

50

50

 

Um unsere Vorgehensweise verständlicher zu machen, haben wir für Sie exemplarisch die Untersuchung für die TOP-10 der Bullen mit genomischen Zuchtwerten beigefügt.

Top Genomics 16

 

Die Situation wird unserem Zuchtbeirat zukünftig die Selektion neuer ALL-Logo Bullen keinesfalls erleichtern. Ohne Frage finden sich unter den TOP-50 töchtergeprüfte Bullen mit außergewöhnlichen Zuchtwertketten. Die große Frage ist, wie wir mit diesen Bullen im Sinne der Erhaltung der genetischen Vielfalt umgehen werden. Eine Grundsatzfrage, die für den Moment die Nominierung neuer ALL-Logo Bullen hemmt.

Zur Zuchtwertschätzung für die ALL-Logo-Bullen

Die Kollektion der töchtergeprüften ALL-LOGO-Bullen konnte 3.625 neue Töchter seit 08/2016 verbuchen. Hinzu kommen in dieser Kategorie 12.123 Erstbesamungen. Beachtliche Zahlen für diese Gruppe, die aktuell nur 11 Bullen umfasst. Ein eindeutiger Vertrauensbeweis für diese Genetik.

Ebenso intensiv werden BOLARO, BUSHMAN und CITIZEN nachgefragt. Beinahe paritätisch verteilt wurden in den vergangenen vier Monaten 8.949 Erstbesamungen für diese Bullen registriert.

Für alle Bullen kann eine hohe Zuchtwertstabilität festgestellt werden. Details entnehmen Sie bitte der Zuchtwertabweichungsanalyse, in der wir auch die Veränderungen der neun von der ALL empfohlenen internationalen Vererber gelistet haben. Diese Gruppe erreichte einen Zuwachs von 17.180 Töchtern seit der letzten Zuchtwertschätzung.

Die bedeutendste Zuchtwertveränderung war die Abschreibung von 19 Punkten im RZN bei SURAN. Dieses Phänomen haben wir in ähnlicher Weise bei seinem Vater SUPER vor einiger Zeit gesehen. Dieser hat sich danach mit weiteren Töchterzuwächsen von dieser Schwäche erholt und ist heute der Bulle mit dem höchsten RZN (133) bei den internationalen Bullen. Wir sind gespannt, welche Entwicklung SURAN nehmen wird.

Bei den Nachzuchtbesichtigungen ist uns BIATHLON bei der Nikolausschau in Bismark besonders positiv aufgefallen. Die vorgestellte Sammlung gewinnt an Wertigkeit, wenn man bedenkt, dass sie aus einer sehr kleinen Töchterzahl (155 Stück) selektiert werden musste.  

So haben wir BIATHLON gesehen: Normal bis hellbunt gezeichnete, mittelrahmige, starke Kühe mit guter Beckenlage und -breite; Fundamente durchweg trocken, Trachten hoch genug, Winkelung genau richtig. Sehr hoch und breit angesetzte Euter mit ordentlicher, für Melkroboter geeigneter Strichplatzierung, wobei das Zentralband stark genug erscheint. Gespannt sind wir, wie sich die bereits gut entwickelten Färsen, als Mehrkalbskuh präsentieren. In dieser Hinsicht muss man sicher warten, was die Zeit bringt. Im Moment ist der Bulle eine wohltuende Alternative zu den heute meist überfeinerten, auf Leistung getrimmten jungen "Vererbern" und er sollte auch so eingesetzt werden: Auf größere Kühe, die Kraft und Euterqualität brauchen.

Zuchtwertschätzung Dezember 2016

Nach Veröffentlichung der neuen Zuchtwerte durch das VIT haben wir für Sie schnellstmöglich die Rubrik Vererber und die Datenbanken für die Zuchtwert- und Outcrossampel aktualisiert. Einen ausführlichen Kommentar zur Zuchtwertschätzung werden wir in Kürze hier veröffentlichen. Die Zuchtwertabweichungsanalyse ist bereits verfügbar.

Vorankündigung zum Züchtertag 2016

Das Jahr geht auf die Zielgrade und als Höhepunkt unserer Vereinsarbeit möchten wir sehr herzlich nach Dörverden einladen. Familie Schwarze aus Barnstedt hat sich ohne Zögern bereiterklärt, am Vorabend des 4. Advent, Ihren nicht nur Insidern bekannten Betrieb vorzustellen. Der unweit von Verden gelegene Milchviehzuchtbetrieb von Wilken Schwarze umfasst eine Betriebsfläche von ca. 195 ha. Die 115 ha Ackerland werden überwiegend für den Futterbau genutzt. Die verbleibende Fläche ist Grünland. Die Milchvieherde wird in der Milchleistungskontrolle im gleitenden Durchschnitt bei 225,7 Kühen mit 11.720 kg Milch 3,75% Fett, 3,37% Eiweiß und 808 FEK geführt. Wir dürfen uns auf einen bestens organisierten Betrieb mit großem Interesse an der Rinderzucht freuen.

Eingebettet in den Tagesablauf werden wir unsere Mitgliederversammlung abhalten, um am Nachmittag den Fachvortag von Prof. Dr. med. vet. Alexander Starke, Leiter der Funktionseinheit Klauentiere der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig zu hören. Diese Einrichtung ist Teil des Universitätstierklinikums in Leipzig und wird seit April 2012 von Prof. Starke geleitet. An der Einrichtung bildet die Behandlung der Rinder einen Schwerpunkt. Es werden Erkrankungen der Fachrichtungen Orthopädie, Chirurgie (Bewegungsapparat, Abdomen, Euter, sonstiges), Gynäkologie, Innere Medizin und Infektionskrankheiten diagnostiziert und therapiert. Im Jahr 2015 wurden durch die Tierärzte der Klinik 1.852 Wiederkäuerpatienten, hauptsächlich Milchrinder, auf 105 Bestandsbesuchen untersucht und behandelt. In jedem Fall handelte es sich dabei um die Bearbeitung von bestandsweise gehäuft auftretenden Tiergesundheitsproblemen. In der Klinik wurden 471 Wiederkäuerpatienten verschiedener Altersgruppen stationär betreut. Es werden Konzepte zur Sanierung von Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen sowie für das Transit-Kuh-Management erstellt.

 

Wir dürfen uns also auf einen sehr praxisorientierten und spannenden Tag in Dörverden freuen.

 

Die Einladung an die Mitglieder ergeht zusätzlich noch auf dem Postweg. Interessierte Gäste heißen wir wie immer herzlich willkommen.

 

 

BIATHLON von der RinderAllianz mit dem ALL-LOGO ausgezeichnet

Die Familiengeschichte

Es kommt nicht häufig vor, dass eine Kuhfamilie drei Generationen DTG Bullen stellt! - doch die Ugela-Bell-Gourmette-Dynastie schafft genau das! Als Gerd Ehrhardt die schöne Französin importierte, beeindruckte sie als Leistungskanone mit herrlichem Exterieur. So wollte man gern mehr aus der Kuh haben und holte die AEROSTAR Tochter Imperiale nach. Diese VG 89 eingestufte Kuh wurde intensiv per Embryotransfer genutzt und lieferte mit Isabell, einer Tochter des wenig bekannten BELLMAN-Sohnes-ELWILLO, eine interessante Zuchtkuh. Die Paarung dieses Produktes mit dem bekannten aber fern des Bullenvater-Mainstreams liegenden Juror-Sohnes-Ford lieferte ebenfalls tolle Individuen. Eines von ihnen war Ivonne, eine kräftige sehr robuste und charakterstarke Kuh, der man etwas mehr Style wünschen würde. Also paarte man sie mit dem Schauspezialisten GOLDWIN an. Ein Goldencross, denn neben Ida, welche diese Zuchtära weiterausbaute und noch ausführlicher beschrieben wird, entstand aus dieser Spülung auch Gunnar! Der GOLDWIN-Sohn des damaligen RMV zählte seiner Zeit zu DEN Bullen der Bundesrepublik und wurde DTG-prämiert sowie von der ALL empfohlen und deutschlandweit intensiv versamt. Seine Vollschwester Ida wurde zeitglich wieder für den Embryotransfer genutzt und lieferte mit der JEEVES-Spülung eine Passerpaarung. Zwei VG 88 Töchter resultierten daraus namens Imperiale und Illionois, wie auch der DTG- und ALL-prämierte Funktionalitätsspezialist JENTIN. Leider verunglückte Ida zur 2. Kalbung, sodass sie ihre Gene nicht weiter verbreiten konnte. Dann kam die Zeit der Genomics und stellte so Einiges auf den Kopf. Die eine oder andere Kuhfamilie unterlag in ihren Genomzuchtwerten und verschwand von der Bildfläche. Anders der I-Stamm! Top-Werte veranlassten nun den Besitzer Jürgen Kersten, weiter mit diesen Tieren zu arbeiten. JEEVES-Tochter- Illionois war dabei nicht nur eine schöne Kuh, wie ihr Reserve Siegertitel der Nikolausschau 2013 beweist, sondern züchtete auch enorm. Sage und schreibe 21 Nachkommen mit hohen Zuchtwerten entspringen ihr und aus der ersten Spülung kam ein heller, gut gebauter Bulle zur Welt, der nach der Wintersportleidenschaft der Herdbuchführerin den Namen Biathlon erhielt. Nun könnte man sagen, der Rest ist Geschichte... aber nein! Mit BIATHLON ist in direkter Folge die dritte Generation von DTG-Bullen und von der ALL empfohlenen Logo-Bullen entstanden, aber die Kuhfamilie der I`s breitet sich weiterhin aus und ist auch momentan eines der Flaggschiffe der deutschen Holsteinzucht im Genombereich, was auch TOP-Auktionspreise für Jungrinder (Icone Indiana für 40.000 €) unterstreichen.

 

Das Zuchtprofil

Mit BIATHLON schafft es ein weiteres Familienmitglied der Gourmette-Dynastie in die TOP-Liste der Wiedereinsatzbullen. BIATHLON  überzeugt durch einen ausgewogenen Zuchtwertaufbau auf höchstem Niveau. Mittlere Milchmenge und sehr gute Inhaltsstoffe bei überdurchschnittlicher Persistenz sind Markenzeichen seiner helleren, eher mittelrahmigen und kernigen Töchter. Die vom Temperament angenehmen Kühe bestechen durch ihr funktionales Exterieur und gesunde feste Euter. Ein Plus sind die weiter platzierten, langen Striche, die den Einsatz am Roboter ermöglichen. Bei der Anpaarung ist die steilere Stellung der Hinterbeine zu beachten. Die Besitzer loben die ausgesprochen gute Fruchtbarkeit der Töchter. Biathlon ist ein ALLround-Talent!

Die Nachzucht, die anlässlich der  Rind - Aktuell im März 2016 gezeigt wurde, bestand aus sechs der zu diesem Zeitpunkt erst 82 abgekalbten Töchtern. Diese Tiere verdeutlichten größtenteils das im Linear  beschriebene Vererbungsmuster.

 

BIATHLON hat einen durchschnittlichen individuellen Inzuchtkoeffizienten von 5,69 %. Ein Blutanschluss an GOLDWIN und BW MARSHALL und SHOTTLE ist zu meiden. Seine Verwandtschaft zu BOLTON, DURHAM, GIBOR, LAUDAN, JOCKO BESN; O-MAN; PLANET und RAMOS ist als outcross zu beschreiben.

Die Entwicklung ausgewählter Zuchtwerte haben wir wieder für Sie zusammengefasst.

823009 BIATHLON

RZG

RZM

RZE

RZN

RZS

Fu

Eu

ZW 12 / 2012

Erste ZW-Veröffentlichung

 

0

 

147

 

126

 

128

 

131

 

121

 

118

 

127

ZW 08 / 2015

0

143

124

120

128

117

118

118

ZW 12 / 2015

0

143

124

121

126

117

119

118

ZW 04 / 2016

ZW-Umstellung auf Kuhbasis

 

82

 

135

 

119

 

126

 

121

 

109

 

116

 

127

ZW 08 / 2016

126

137

122

126

121

107

116

124

 

 

Das wichtigste für uns, die Erweiterung der Töchterbasis stabilisiert den Zuchtwert von BIATHLON. Wir gratulieren dem erfolgreichen Züchter herzlich und wünschen der RinderAllianz beste Vermarktungserfolge.

Zuchtwertschätzung August 2016

Unmittelbar nach der Publikation haben wir für Sie die Daten aktualisiert. Bereits jetzt ist eine hohe Konstanz der Zuchtwerte der ALL-empfohlenen Vererber abzusehen. Sehr erfreulich ist für uns die hohe Akzeptanz unserer Auswahl. Die Veröffentlichung der Erstbesamungen durch das VIT ist ein eindeutiger Beleg. Nach der Sitzung des Zuchtbeirates werden wir in unserem Kommentar auf dieses Thema zurückkommen.

Hier herrscht Kuhkomfort

Auf dem Hof Meier stehen vier Kühe mit mehr als 100 000 Liter Lebensleistung

Von Elmar Schulten Quelle: www.wlz-online.de

 

Es gibt nicht viele Landwirte in Hessen, die aktuell eine 100 000-Liter-Kuh im Stall stehen haben.  Die Wetterburger Landwirte Bernd und Karl-Friedrich Meier haben gleich drei davon, außerdem eine 125 000-Liter-Kuh und obendrein noch eine Europa-Kuh, die als eine von fünf deutschen Kühen die rot-bunten-Holsteiner bei der Europa-Schau in Colmar repräsentieren durfte.

Die beiden Züchter sprechen bescheiden von „Zufall“. Insider wissen aber, dass eine Menge Faktoren zusammenspielen müssen, damit eine Kuh gesund bleibt und lange lebt, um so viel Milch zu geben, dass man damit 100 000 Tetra-Packs füllen kann. Auf dem Hof Meier scheint alles zu passen. Die Kühe fühlen sich wohl, es herrscht Kuhkomfort, wie die Tierzuchtberater sagen. Über Generationen hinweg.

Zuchtleiter Jost Grünhaupt vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen lobte bei der Übergabe der Ehrenurkunden an die beiden Züchter die über viele Jahre hinweg nachweisbare gute Qualität der Züchtung: Mütter und Großmütter der jetzt ausgezeichneten Kühe seien sämtlich mit mehr 85 Punkten bewertet gewesen. Das sah Grünhaupt auch als Beweis für die alte Weisheit: Züchten heißt arbeiten in Generationen.

Auf dem Hof Meier werde offenbar den Kühen ein Höchstmaß an Betreuung und Unterstützung zuteil. Die Tiere seien hier mehr als nur eine Nummer. Und wenn die Kühe schwächelten, werde ihnen auch mal eine Kur gegönnt. Bernd Meier stellte bescheiden fest: „Wir haben nur unsere Arbeit gemacht. Wenn die Preise besser wären, hätten wir auch mehr Grund zum Feiern. Wir machen trotzdem weiter und denken dabei an unsere Kinder.“ Eindeutig bekannte Meier: „Es wird ja in der Öffentlichkeit immer so viel über Bio gesprochen. Unsere Kühe gelten nicht als Bio und stehen trotzdem jeden Tag auf der Weide.“

Im Namen der Rinderzüchter Waldecks bescheinigte Martin Schäfer aus Rattlar seinen Wetterburger Berufskollegen „einen unheimlich guten Lauf“. Im Namen der Kreisgruppe des Verbands für Leistung und Qualitätsprüfung in der Tierzucht gratulierte Reinhard Bürger-Grebe aus Helmscheid.

 

Hintergrund:

Bernd und Karl-Friedrich Meier bewirtschaften in Wetterburg 100 Hektar Land. In ihren Ställen stehen 120 rot- und schwarzbunte Holsteiner und Jersey-Kühe. Dazu kommt die komplette Nachzucht. Die Züchter verkaufen pro Jahr zehn bis 15 Zuchtbullen.

Ausgezeichnet wurden jetzt die 125 000-Liter Kuh Tabaluga, eine 2001 geborene Blackred RF-Tochter aus Thea. Ebenfalls gewürdigt: Die 100 000-Liter-Kühe Erja, eine 2004 geborene Boliant-Tochter aus Eruna, Liane, eine 2002 geborene Rubens RF-Tochter aus Liliput, Lisbeth, eine 2002 geborene Reno-Tochter aus Lara. (es)

Name

 

Glanzvolle Europaschau in Colmar/Frankreich

In diesem Jahr wurde die Europaschau der Holsteins und Red Holsteins in Colmar/Frankreich ausgetragen, zeitweilig kletterte die Besucherzahl auf bis zu 8.000 Besucher täglich, welche trotz der andauernden Milchkrise mit hervorragender Stimmung in Colmar eintrafen sowie der im dreijährigen Rhythmus stattfindenden Schau den wohlverdienten Glanz verliehen.

Erneut waren es die Holsteinzüchter der Schweiz, die die zurzeit schönsten Kühe Europas präsentieren konnten. Als „Wiederholungstäterin“ nach 2013 erwies sich, ganz im Sinne der ALL, mit fast 12 Jahren die älteste Kuh der gesamten Schau, Suard-Red Jordan IRENE; sie verteidigte souverän den Titel Grand Champion der Red Holsteins. Somit behauptete sie sich gegenüber der bereits achtjährigen Bopi Talent LOTANIE, ebenfalls aus der Schweiz.

Die Ladd P – Tochter HAWAI aus Frankreich ließ sich den Titel der Juniorensiegerin auch unter dem exakten Auge des Preisrichters J. Serrabassa-Vila aus Spanien nicht nehmen. Den Reservesieg sicherte sich eine Färse aus der Schweiz mit der Abstammungskombination Armani x Jonah.

Die fünf deutschen Kühe schlugen sich achtbar; die beste Platzierung bei den Red Holsteins erreichte die Tequila-Tochter HALLOVEEN von Wille/Meyer, Herbergen. Die Dixieland-Tochter BRITTA von ALL - Mitglied Bernd Meier, Bad Arolsen, schaffte es dank ihres sehr guten Euters ins Mittelfeld ihrer Klasse.

Es ließ sich leicht schlussfolgern welche Nation den Ländervergleich gewinnen würde und somit gilt unsere Hochachtung der Schweiz gefolgt von Italien und Frankreich; Deutschland erreichte einen ehrenwerten vierten Platz.

Bereits vor dem Red Holstein-Wettbewerb galt es für die Jungzüchter, in zwei Disziplinen ihr Können um den Titel des Europameisters unter Beweis zu stellen. Die Preisrichter Erica Rijneveld aus Holland und Zsolt Korösi aus Ungarn bewerteten das Fitting sowie das Vorführen von per Losentscheid zugeteilten Jungrindern nach vorgegebenen Richtlinien.

In der Klasse bis 18 Jahre konnte ALL- Mitglied Gerrit Kumlehn einen sehr guten fünften Platz verbuchen; auch Torben Melbaum gelang dieselbe Platzierung in der Klasse über 18 Jahre. Deutschland erkämpfte sich somit einen wohlverdienten vierten Platz im Ländervergleich; das Maß aller Dinge führte Irland an, deren Teilnehmer sich über einen Doppelsieg freuen dürfen.

Der deutsche Preisrichter Markus Mock, durch Tätigkeiten als Preisrichter im In- und Ausland bekannt, rangierte die Holsteins. Er bevorzugte grundsätzlich harmonisch gebaute Kühe mit hervorragenden Eutern und guten Bewegungsabläufen. In drei Färsen-, 4 Zweitkalbs- und 3 Mehrkalbsklassen wurden insgesamt 116 Holstein-Kühe gerichtet. Siegerfärse wurde etwas überraschend die Afterschock- Tochter PANDORA aus der Schweiz vor der YORICK – Tochter NAOMI aus Österreich. Den Sieg bei den Zweitkalbskühen holte sich die Chelios – Tochter HELINE aus Frankreich; sie verwies die Stanleycup – Tochter WHITE aus Italien auf den Reservesiegerplatz.

In den Klassen der älteren Kühe wurde das Geschehen erneut durch die Schweiz dominiert, die bereits in Lausanne im Januar siegreiche Galy’s VRAY v. Atwood ließ auch hier nichts anbrennen und gewann knapp vor der Goldwin-Tochter Ashlyn VRAY aus Spanien. Beide Kühe stammen von ein und demselben Betrieb in Frankreich. Galy’s VRAY als auch Ashlyn VRAY waren in der Grand Champion Auswahl nicht zu übertrumpfen und entschieden die Europaschau 2016 somit für sich. Zu dieser tollen Leistung dürfen wir gratulieren.

Auch die fünfzehn deutschen Holsteins mussten sich nicht verstecken und erkämpften sich zum Teil vordere Plätze in den einzelnen Klassen. Die bekannte LADY GAGA von Wille/Köster war am erfolgreichsten und holte sich den zweiten Platz in der ältesten Klasse; nur geschlagen vom späteren Reserve Champion.

Die ausgestellten Tiere der ALL-Mitglieder Michael Mütze/Devon Lohmöller (Sympatico CAMILLA), Eckhard und Wilfried Hauck (Atwood PATRICIA), Heinz Tangermann (Acme CAROLIN) und Eike Spangenberg/Rainer Engelke (Sanchez GOERDY) gelang es sich im Mittelfeld ihrer jeweiligen Klassen zu behaupten.

Den Länderwettbewerb der zehn teilnehmenden Nationen konnte Frankreich vor der Schweiz für sich entscheiden; Deutschland kam auf den fünften Platz.

Der amerikanische Exterieurvererber Atwood hinterließ mit seinen Töchtern in allen Altersklassen einen hervorragenden Eindruck; er stellte auch mit 16.200,- EURO den TOP-Seller der Auktion, ein Jungrind im Belegungsalter, das ebenfalls auf den Reserve Champion Ashlyn VRAY zurückgeht.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Qualität der Kühe insgesamt einheitlicher geworden ist, die Schweizer Züchter aber immer noch das Maß aller Dinge im Bereich Holstein und Red Holstein sind. Die nächste Europaschau wird im Jahre 2019 im belgischen Libramont stattfinden.

W.S.

 

Fotoeindrücke - Europaschau 2016 in Colmar (Frankreich)


Bundesjungzüchtertreffen 2016 in Leer mit überragenden Leistungen

Die Gesamtsieger vornweg: Wir gratulieren dem 18jährigen Gerrit Kumlehn aus Holzminden, MAR-VER (ALL-Neumitglied) bei den Junioren und dem 22jährigen Torben Melbaum aus Haselünne, MAR-WE bei den Senioren für die meist erzielten Punkte in der Kombination aus Clipping- und Vorführwettbewerb beim Bundesjungzüchter-Treffen in Leer/Ostfriesland 2016. Bedingt durch ihre überragenden Leistungen wurden sie mit den begehrten Tickets für den europäischen Wettbewerb anlässlich der Europaschau im Juni 2016 in Colmar/Frankreich belohnt.

Begonnen hat das BuJuZu-Treffen mit dem am 01.April stattfindenden Bundesentscheid in der Tierbeurteilung, für welchen Thomas Helmers, Veenhusen, Betrieb und Kühe zur Verfügung gestellt hat. Hier galt es zwei Färsenklassen zu rangieren und 3 Einzeltiere in ihren Merkmalen zu beschreiben.

Den Bundessieg der Junioren errang dabei Wiebke Pohlmann aus Willingen (ZBH) vor Keno Naatjes, Mormerland (VOST) und Erik Büscherhoff, Mühlen (MAR-WE). Sie verwiesen eine hohe weitere Teilnehmerzahl von 53 auf nachfolgende Plätze, da zur Tierbeurteilung auch jüngere Jungzüchter zugelassen wurden. Schlussendlich machten den Bundessieger der Senioren die ostfriesischen Jungzüchter unter sich aus: Am Ende hatte Heiko Andreßen aus Großefehn die Nase vorn, es folgten Gerrit Baumann aus Esens und Immo Beening aus Westoverledingen. Hierbei gingen insgesamt 39 Teilnehmer an den Start. Die Überlegenheit der VOST-Jungzüchter wurde auch in der durchgeführten Mannschaftswertung deutlich. Hier gewannen die „Ossis“ vor „Wittmund-VOST“; dritte wurde die Mannschaft „J.J.W.“ von der ZBH.

Alle Einzelergebnisse sind unter anderem einer Aufstellung der Masterrind GmbH (www.masterrind.com)  zu entnehmen.

 

Als zweiter Programmpunkt des ersten Tages galt der Clipping-Wettbewerb. Wurden in früheren Jahren den Teilnehmern noch fremde Rinder zugelost, mussten die Teilnehmer in diesem Jahr erstmalig das eigene Tier für den am nächsten Tag vorgesehenen Vorführ- und Typ-Wettbewerb vorbereiten. Vor Beginn kontrollierte der Preisrichter, ALL-Mitglied Eike Spangenberg, ob die Richtlinien eingehalten worden waren, wie beispielsweise das Jungrind mindestens 6 Wochen vor dem Termin nicht zu clippen.

Nach jeweils zwei Stunden sehr intensiver Arbeit wurden zunächst nur die Top- Ten im Junior- und Senior-Bereich genannt, denn erst zur Gesamtsiegerehrung am Ende des zweiten Tages gab man die Champions bekannt. Diesen Titel erkämpften sich Gerrit Kumlehn mit seinem Sieg vor Tabea Cramer, VOST und Saskia Gödecker, MAR-VER in der Juniorklasse. In der Seniorklasse gewann Jonas Mehlbaum, MAR-WE, vor seinem Bruder Torben und Nienke Bakker, VOST.

Ein weiterer erstmalig durchgeführter Wettbewerb erstreckte sich über die gesamte Dauer der Veranstaltung: 16 unabhängige Bewerter vergaben Punkte für Präsentation, Sauberkeit, Informationsgehalt und Zusammenhalt der elf Teams in der Stallgasse. Diese herausragende Idee, die eine nie erlebte Sauberkeit und Solidarität in der Stallgasse nach sich zog, hätte wie die gesamte Veranstaltung viel mehr Publikum verdient. Auch das „Haupt- und Ehrenamt“ der Zuchtverbände versäumte fast komplett die Gelegenheit, ihren zukünftigen Mitgliedern beim wichtigsten Jungzüchter-Event des Jahres die Ehre ihrer Anwesenheit zuteil werden zu lassen. Den Sieg im Teamwettbewerb errang das Team der Rinder-Allianz knapp vor MAR-WE und MAR-VER.

Auch beim am zweiten Tag stattfindenden Vorführwettbewerb hatte ALL-Mitglied Eike Spangenberg die Ehre das Amt des Preisrichters übernehmen zu dürfen; er rangierte zügig und gab anschließend gut nachvollziehbare Begründungen für seine Entscheidungen am Mikrofon bekannt.

Nach einer spannenden Endrunde ging der Bundessieg der Junioren an den 19jährigen Devon Lohmöller aus Emsbüren (MAR-WE); er verwies Christian Wachtel, Gardelegen (RA-ST) und Leonie Wiewer, Drensteinfurt (RUW) auf die Plätze zwei und drei. Torben Melbaum aus Haselünne wurde Bundessieger der Senioren vor dem ALL-Zuchtbeiratsmitglied Lennert Landwehr, Steinhagen (RUW) und Nienke Bakker, Wittmund (VOST).

Den am Nachmittag folgenden Typwettbewerb richtete All-Mitglied Andrea Uhrig; auch sie fällte ihre manchmal sehr schwierigen Entscheidungen souverän und mit einer klaren Kommentierung.

Bei den jüngeren Tieren (6-12 Monate) war die rotbunte Brekem-Tochter WR KATE von der Wiewer-Rellmann GbR aus Drensteinfurt (RUW) nicht zu schlagen; sie gewann vor der Armani-Tochter LOH TJ ALESSIA von Melbaum/Lohmöller aus Emsbüren (MAR-WE) und der Soko-Red-Tochter TWR ELLI-Red von Alena Wortmann, Martfeld (MAR-VER). Extrem spannend wurde noch einmal die letzte Entscheidung des Tages: Bundestypsiegerin der älteren Jungrinder wurde die Sid-Tochter LOH TJ CHERRYLADY von Melbaum/Lohmöller, die bereits im Januar auf der Swiss Expo in Lausanne einen sehr guten fünften Platz erzielen konnte. Auf dem Reservesiegerplatz folgte die Brawler-Tochter NELLY vom ALL-Mitgliedsbetrieb Viering GbR, Landau (ZBH) vor der Defiant-Tochter CAPRI RDC von Hoos/v. Dalwig aus Schauenburg (ZBH). Auch diese Einzelergebnisse sind unter anderem auf der Homepage der Masterrind GmbH (www.masterrind.com) nachzulesen.

Die ALL gratuliert allen Siegern und Platzierten recht herzlich und bedankt sich für die freundliche Zusammenarbeit mit Nina Kleemann (Fotos). Wir freuen uns auf den Europa-Wettbewerb in Colmar.

W.S.

Fotoeindrücke - Bundesjungzüchtertreffen 2016 in Leer


Turbulente ZWS April 2016

Dies könnte der Grundtenor der letzten Frühjahrszuchtwertschätzung sein, wobei sie sehr stark von der Methodik beeinflusst wurde. Nennen möchten wir an dieser Stelle:

  • die Umstellung von der Bullen- auf die Kuh-Basis für alle Merkmale
  • die Anpassung der Methodik der genomischen Zuchtwertschätzung
  • die jährliche Basisanpassung auch für Milchleistungs-Einzelmerkmale

Die Folge ist eine Summe von sich gegenseitig beeinflussenden Effekten, sodass der „Verursacher“ im Einzelfall für uns sehr schwer zu identifizieren ist. Aus unserer Sicht sind insbesondere die Zuchtwerte für Fundament, Nutzungsdauer, Zellzahl und Fruchtbarkeit erheblich betroffen. Beim Detailstudium anderer Merkmale wurden wir an mancher Stelle an die alte Züchterweisheit „Hüte Dich vor Extremen“ erinnert. Im Moment halten wir es für wichtig sich mit der neuen Methodik zu beschäftigen und möchten einige Fakten als Basiswissen für mögliche Diskussionen benennen. Tatsache ist, die Einführung der genomischen Selektion (2010) führte nunmehr auch zu Veränderungen in der Zuchtwertschätzungsmethodik. Die stark vorselektierten Vererber würden nach dem alten Modell sukzessive die Basisjahrgänge für sehr hohe Zuchtwertabschreibungen bilden und die Veränderungen in der Kuhpopulation nicht korrekt abbilden. Aus diesem Grund erfolgte eine Umstellung von der Bullen- auf die Kuh-Basis.

 

Das vit Verden kommentiert:

„Die neue Kuhbasis für alle Merkmale und Rassen sind daher Kühe geboren 2010-2012. Diese repräsentieren die aktuell lebende und anzupaarende Kuh-Population und gleichzeitig in ihrem Alter das der bisherigen Töchter der Testbullen in der Basis.

Die neue Kuhbasis wird - wie bisher die Bullenbasis – jedes Jahr um einen Geburtsjahrgang aktualisiert (z.B. also im nächsten Jahr auf Kühe geb. 2011-2013)

Im Zuge der Neuerungen wird auch die Basis der Milchleistungs-Einzelmerkmale ab sofort - wie bei allen anderen Merkmalen – jährlich angepasst, statt bisher nur alle 5 Jahre. Die Milchleistungs-Einzelmerkmale standen schon bisher auf einer Kuh-Basis. Die neue Kuh-Basis ist auch hier Kühe geb. 2010-2012 (bisher: nur Kühe geb. 2010).

Beim Vergleich der Relativ-Zuchtwerte Bullenbasis-2015 (bisher) zur Kuhbasis-2016 (neu) zeigen sich dagegen immer zwei Effekte gleichzeitig:

  • Die üblichen Veränderungen durch den Zuchtfortschritt für ein Jahr
  • Die einmaligen Auswirkungen der Umstellung von Bullen- auf Kuh-Basis.“

 

Diese beiden Effekte können sich (teilweise) ausgleichen, oder verstärken. Die Summe der Auswirkungen (ZW-Veränderungen) zeigt die folgende Tabelle:

 

RZM

RZS

RZE

RZN

RZR

RZKm

RZG

Holstein SBT

+2,0

-2,3

+1,6

-3,3

-4,0

-1,1

-0,8

Holstein RBT

+3,0

-2,5

+1,1

-5,1

-7,2

-1,3

-1,1

 

M-Typ

Körper

Fund.

Euter

RZD

KVd

TGd

Holstein SBT

+3,7

+3,0

-1,8

+1,5

+1,7

-0,6

-0,1

Holstein RBT

+6,1

+1,5

-3,3

+2,0

+1,8

-2,3

-1,7

Positive Werte = neue Basis ist niedriger als bisher und Relativzuchtwert beim Einzeltier steigt

„RZM/RZE auf der einen Seite sowie RZS/RZN/RZR auf der anderen Seite zeigen bei Holstein unterschiedliche Auswirkungen. Die Basis-Kühe sind im RZM und RZE weniger stark selektiert als die entsprechende Bullenbasis, d.h. die neue Basis liegt niedriger als bisher und die Zuchtwerte steigen trotz des jährlichen Zuchtfortschrittes leicht. Für die funktionalen Merkmale sind die schwarzbunten und rotbunten Basis-Kühe dagegen besser als die Testbullen-Basis-Jahrgänge, d.h. die neue Basis liegt höher. Die Zuchtwerte für die funktionalen Merkmale werden daher diesmal etwas stärker ‚abgeschrieben‘ als nur auf Basis des üblichen Zuchtfortschrittes.

Insgesamt liegt die ‚Messlatte‘ durch die Kuh-Basis im Vergleich zur Bullenbasis bei SBT und RBT für Milchleistung und Exterieur also niedriger, und für die funktionalen Merkmale höher. In der Summe ergibt sich für den RZG aufgrund der höheren Gewichtung von RZM und RZE gegenüber den funktionalen Merkmalen eine ZW-Abschreibung von ca. -1 Punkt RZG, also etwas weniger als die üblichen ca. 2 Punkte aufgrund des Zuchtfortschrittes“

 

Genomische Zuchtwertschätzung

Die genomische Zuchtwertschätzung erfolgte seit der Einführung in 2010 nahezu unverändert. Die zur April-Veröffentlichung 2016 eingeführten Anpassungen erfolgen mit dem Ziel die Sicherheit der Zuchtwerte zu erhöhen. Hiervon sind insbesondere die niedrig erblichen funktionalen Merkmale betroffen, wie die folgende Tabelle für die Holstein SBT zeigt.

Tab.: Höhere gZW-Sicherheit (12.859 aktuelle männlichen SBT-Kandidaten geb. 2015/2016)

 

Sicherheit % bisher

Sicherheit % neu

∆ bisher / neu

gRZM

70,9

70,9

±0

gRZS

75,0

75,0

±0

gRZE

50,3

56,8

+6,5

gRZN

45,9

57,1

+11,3

gRZR

36,2

49,4

+13,2

gRZKm

50,1

56,8

+6,7

gRZG

61,9

65,1

+3,2


Im eigentlichen Schätzmodell für die SNP-Effekte wurden merkmalsspezifisch Anpassungen vorgenommen. In der Folge bedeutet dies erhebliche Änderungen bei den gZW. vit Verden kommentiert „Der Großteil der beobachteten Rangfolge-Änderungen der Bullen beruht daher auf dieser Modelländerung“.

In welchem Umfang die Gesamtheit der Genomic’s hiervon betroffen ist, vermögen wir nicht zu sagen. Die Betrachtung der durchschnittlichen Auswirkungen ist für uns wenig aussagekräftig. Die Resultate für die ALL-Logo Bullen haben wir für Sie gelistet, um die Aussagen konkret darzustellen sowie unserer Verunsicherung deutlichen Ausdruck zu verleihen.

Bulle

RZG

RZM

RZE

Funda.

Euter

RZS

RZN

RZR

BOLARO

-6

-2

-1

-7

+1

-3

-3

-7

BUSHMAN

-8

-1

-4

-10

-1

-6

-4

-8

CHARDON

-5

+2

±0

-6

+1

-2

-8

-7

CITIZEN

-11

-5

-3

-9

-2

-3

-6

-4

ERALDO PP

-6

-1

-2

-7

-1

-5

-4

-4

FAGENO

-6

+1

-1

-8

+1

-5

-4

-10

MAJESTO

-6

-2

±0

-10

+3

-5

-4

-8

TARGET

-3

+5

-2

-10

+2

-2

-6

-10

TEMPICO

-5

-1

±0

-2

±0

-3

-4

-5

TRAMINER

-4

+2

-4

-12

±0

-3

-5

-5



Ein wichtiges Problem, dass gelöst werden musste ist eine fehlende Generation in der Lernstichprobe, denn das verkürzte Generationsintervall führt dazu, dass fast alle jungen Kandidaten von nur genomisch geprüften Vätern abstammen, die noch nicht Bestandteil der Lernstichprobe sein können. „Die an der Lernstichprobe geschätzten SNP-Effekte sind daher differenziert, d.h. vorsichtiger auf Kandidaten der 2. Generation anzuwenden. Im gRZG kumulieren sich die Effekte und das Niveau aller schwarzbunten genomischen Vererber liegt jetzt ca. 4 Punkte gRZG niedriger. Ganz oben in der Topliste ist der Effekt noch etwas größer und der gRZG wird um 5-6 Punkte vorsichtiger eingeschätzt.“

Für Informationen zu den einzelnen Bullen verweisen wir auf unsere aktuelle Zuchtwertabweichungsanalyse. Im Laufe des Jahres soll ein komplett neues Modell für die konventionelle ZWS der Nutzungsdauer eingeführt werden, unser ureigenstes Thema. Es bleibt also spannend für die ALL und alle an der Zucht auf Lebensleistung Interessierten!


Zuchtwertschätzung April 2016

Nach Veröffentlichung der neuen Zuchtwerte durch das VIT haben wir für Sie schnellstmöglich die Rubrik Vererber und die Datenbanken für die Zuchtwert- und Outcrossampel aktualisiert. Einen ausführlichen Kommentar zur Zuchtwertschätzung werden wir in Kürze hier veröffentlichen. Die Zuchtwertabweichungsanalyse ist bereits verfügbar.

Gold Chip-Tochter wird Miss Karow 2016

Die vielen Diskussionen um den erdrückend niedrigen Milchpreis taten der wunderbaren Atmosphäre bei der Verbandsschau der Rinder-Allianz „Rind aktuell“ in Karow keinen Abbruch. Die Zuschauer in der voll besetzten Halle folgten gespannt den Ausführungen des souverän richtenden und glasklar kommentierenden Preisrichters, ALL-Mitglied Matthias Zens, Musweiler (RUW).
Nach der Präsentation von drei Nachzuchten, von denen die des Vererbers BARRY (Beacon x Pronto x Zenith) mit sieben sehr ausgeglichenen entwicklungsfähigen Töchtern den stärksten Eindruck hinterließ, ging es weiter mit den Herdbuchkühen aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
Den Titel der Siegerfärse holte sich die SUPERSIRE-Tochter MIDLAND von der Rinderzucht KG Augustin, Neuendorf vor der GOLD CHIP-Tochter GESIENE vom Milchhof Gut Parchim, Parchim.
In den jüngeren Kuhklassen hatte die GOLD CHIP-Tochter BETTY von der Kersten GbR, Eversdorf, aufgrund ihrer Korrektheit und Ringpräsenz die Nase eindeutig vorn. Sie verwies die Dauden ISY-Tochter BcH BELLADONNA vom Zuchtbetrieb Augustin auf den Reservesiegerplatz.
Die mittleren Klassen dominierte TORONTO, eine Tochter des Altmeisters ZENITH; sie gewann den Titel sehr zur Freude ihrer Besitzer, der GbR Volber/Rebone aus Schenkenhorst vor der SANTO-Tochter BcH CARMILLA von Augustin.
Siegerkuh der älteren Klassen wurde BcH BESS, eine Derek-Tochter, wiederum aus der Zuchtstätte Augustin, vor ihrer Stallgefährtin BcH PRINZESSIN, einer JOSE-Tochter. Den von der ALL vergebenen Ehrenpreis für die höchste Drei-Generationen-Lebensleistung erhielt ebenfalls BcH BESS von Augustin. Sie stammt aus der berühmten Bella-Kuhfamilie und kommt zusammen mit ihrer Mutter BcH Becky und BcH Barbara bisher auf eine Gesamtleistung von 232.815 kg Milch.
Die einzelnen Richtergebnisse sind der Homepage der Rinder-Allianz zu entnehmen. Der Schauatmosphäre konnten Sie bei unserer Facebook-Live- Berichterstattung nachspüren.
Mit dem Kommentar „eine überragende junge Kuh“ machte Mathias Zens GOLD CHIP-BETTY zum Grand Champion dieser gelungenen Verbandsschau. Der glückliche Besitzer, die Kersten GbR, ist auch die Züchter des von der ALL empfohlenen Vererbers JENTIN.
Der 21. Sunrise-Sale am Vorabend brachte einen Durchschnittspreis von über 7.000,- EURO. Der Top-Seller SUNRISE, ein Penley-Kalb aus einer Boss-Tochter mit einem gRZG von 173, erzielte 36.000,- EURO.

W.S.

PS.: JENTIN ist laut druckfrischer Mitteilung der ADR mit 25.753 Erstbesamungen im Auswertungszeitraum 2014/2015 die Nummer 4 der meisteingesetzten Bullen bei den Holstein-SBT. Ein bemerkenswerter Erfolg bei der aktuellen Dominanz der Bullen mit ausschließlich genomischen Zuchtwerten.


 

Glanzvolle Schau der Besten in Verden

SdB2016

Den ersten Glanzpunkt setzte bereits die „Exclusive – Auktion“ am Vorabend. In stimmungsvoller Atmosphäre registrierten die vielen Zuschauer sowie die Käufer einen sehr hohen Durchschnittspreis von ca. 7.200,- €  bei 28 verkauften Abgekalbten, Jungrindern und Kälbern. Herausragend war der Spitzenpreis von 35.000,-  € für eine junge rotbunte, hornlose und mit gRZG 160 hoch geschätzte Apoll-P –Tochter aus Sachsen. Die einzige Livermore-Tochter mit dem höchsten RZG des gesamten Angebotes (165) erreichte 19.000,- € für ihre Verkäuferin aus Friesoyte. Auch Abgekalbte mit Schaupotential hatten ihren Preis. Den höchsten in dieser Kategorie erzielte mit 7.000,-€  eine Atwood-Tochter aus Talent/Champion/Bonatus, angeboten von der Zuchtstätte Steenken, Ehrenburg.

Am nächsten Tag hatte der Preisrichter Stefan Widmer aus der Schweiz das Sagen. Seine Entscheidungen kamen in relativ großen Klassen zügig und souverän; die folgenden Begründungen waren sehr gut nachvollziehbar, zeugten von Viehverstand und einem guten züchterischen Auge.

Neben Ehrenpreisen für die Besten der einzelnen Klassen wurden erstmalig auch Preise für die jeweils beste selbstgezüchtete Kuh in den einzelnen Klassen vergeben, nicht nur aus Sicht der ALL eine willkommene Neuerung.

Den Gesamtsieg aus insgesamt vier Färsenklassen holte sich die Sid-Tochter HEARTBEAT von Wilken Schwarze, Dörverden vor der Sympatico-Tochter CAMILLA im Besitz von Devon Lohmöller und Double M Holsteins, Listrup/Frankenberg. Als „ehrenvolle Erwähnung“ stellte der Preisrichter die Guthrie-Tochter BESSY von der Zuchtgemeinschaft Hake, Strudthoff und Schulte-Lohmöller aus Bösel heraus.

Bei der sich anschließenden Präsentation von Vererbern der MAR wurde neben Töchtern der Vererber BEART, FANATIC, PICANTO und SNOW auch eine Gruppe von 8 Töchtern des bereits mehrere Jahre von der ALL empfohlenen Moscow-Sohnes MOWAMBO vorgestellt:

Durchweg dunkel gezeichnete gut mittelrahmige Zweitkalbskühe mit Stärken in Becken und Fundament. Die Euter waren gut aufgehängt und ließen bei ordentlicher Strichlänge und -platzierung auf eine gute Haltbarkeit über viele Laktationen schließen. Bei Beachtung der  Inhaltsstoffe und Anpaarung an körperstarke Kühe wird MOWAMBO gesunde und langlebige Laufstallkühe hervorbringen.

Der nächste Glanzpunkt war die Vorstellung von insgesamt sechs Klassen der Schaukühe mit 2 und 3 Kalbungen. Bei einer sehr emotionalen Siegerauswahl hatte am Ende die Sanchez-Tochter GOERDY von der Zuchtgemeinschaft Engelke/Spangenberg aus Asendorf/Bad Arolsen eindeutig die Nase vorn und gewann den Titel der Siegerkuh der mittleren Kuhklassen vor der Atwood-Tochter BWH ANNIKA von der Bollhorst GbR aus Wetschen sowie der noch sehr jungen Pioneer-Tochter MHD POLINA vom Milchhof Diera KG in Zehren.

In den älteren Kuhklassen konnte die Modest-Tochter LADY GAGA von der Zuchtgemeinschaft Wille/Köster aus Essen ihren Vorjahressieg eindrucksvoll wiederholen. Mit mittlerweile sechs Abkalbungen beherrschte sie die älteren Kuhklassen nach Belieben und verwies die Lheros-Tochter ELANISS von Hormann, Warmsen sowie die Goldwin-Tochter GESHA von Derboven, Warpe auf die Plätze.

Der bereits seit mehreren Jahren von der ALL vergebene Ehrenpreis für die höchste Drei-Generationen-Lebensleistung ging dieses Mal an die Talent2-Tochter GABRIELA, die zusammen mit ihrer Mutter Gabriela (v. Starleader) und ihrer Großmutter Ginette (v. Inspiration) bis heute 194.173 kg Milch „auf dem Konto“ hat. Der ALL-Vorsitzende Heinz Tangermann überreichte den Preis an den Besitzer Conny Derboven, Warpe.

Den letzten Glanzpunkt des Tages setzte wieder LADY GAGA, die vom Preisrichter in einer spannenden Entscheidung als Grand Champion der Schau herausgestellt wurde; sie wiederholte damit ihren Sieg vom Vorjahr.

Die detaillierten Richtergebnisse können unter http://www.masterrind.com/uploads/media/Praemierungsliste_SdB_2016.pdf nachgelesen werden.

Für die Bilddokumentation verweisen wir auf unsere Facebook-Seite.

W.S.

Premieren bei Hessens Zukunft in Alsfeld

Alsfeld 2016

Gleich mehrere Neuerungen fügten die Organisatoren der Landesrinderschau „Hessens Zukunft“ in Alsfeld in das diesjährige Programm ein.  

Neben den bisher ausgestellten Rassen und Farben Holstein Schwarzbunt und Holstein Rotbunt, Fleckvieh, Jersey sowie Braunvieh wurde eine Demonstrationsgruppe schwarzbunter Doppelnutzungsrinder (DN) alter Zuchtrichtung präsentiert. Sicher eine Bereicherung, vor allem für Zuschauer jüngeren Jahrgangs, die solche Kühe bestenfalls von alten Fotos kennen.

Die zweite Premiere war die Präsentation von fünf Töchtern des homozygot hornlosen Vererbers Laptop PP – Red, bisher wohl weltweit einmalig. Die jungen Kühe zeigten sich einheitlich mittelrahmig, lang im Körper und Becken mit sehr guten Fundamenten und tadellosen Eutern. Leider ist eine Empfehlung durch die ALL wegen der unterdurchschnittlichen  Melkbarkeit (RZD 86) nicht möglich; ansonsten zeigt Laptop PP ein ausgeglichenes Profil ohne Schwächen.

Die dritte Premiere war die Auszeichnung von gleich zwei Gesamtsiegern: Der Hessenchampion der fleischbetonten Ausstellungskühe ging an die Siegerkuh der älteren Klassen beim deutschen Fleckvieh, der Wicht-Tochter Blüte, ausgestellt von Christian Zimmermann aus Beerfelden.

Die Auswahl zum Hessenchampion der milchbetonten Rassen gewann die Atwood-Tochter BT Patricia aus der bekannten Schauikone WH Paola von Familie Hauck (ALL-Mitglied) aus Schiffelbach.

Der US-Exterieurvererber Atwood drückte der Holsteinschau seinen Stempel auf; seine Töchter gewannen vier Klassen und stellten bei den schwarzbunten Färsen die Siegerin, die Reservesiegerin und die Gesamtdritte. Auch die Siegerkuh der mittleren Klassen war eine Atwood-Tochter aus Zar von Familie Uhrig aus Sulzbach.

Die einzelnen Richtergebnisse der Preisrichter Henrik Wille (Holstein sbt), der zügig rangierte und sehr nachvollziehbar kommentierte, und Michael Lang (Holstein rbt, Braunvieh und Jersey) sind auf der Homepage unserer Partnerorganisation ZBH (www.zbh.de) nachzulesen.

Wie bereits in den letzten Jahren wurde wieder der Beweis erbracht, dass Schauerfolge und Nutzungsdauer sich nicht ausschließen; so wurden im Holsteinwettbewerb neun von achtzehn Klassen von Mitgliedern der ALL gewonnen.

Den schon zur Tradition gewordenen Ehrenpreis der ALL für die beste Drei-Generationen-Lebensleistung gewann wie im Jahre 2014 die Lightning-Tochter RZB PANDORA von Familie Uhrig aus Sulzbach, die zusammen mit ihrer Mutter RZB Pascale (v. Champion) und ihrer Großmutter RZB Petissa  (v. Aeroline) bis heute auf eine Gesamtmilchmenge von 273.330 kg Milch kommt.

Impressionen vom Schaugeschehen finden Sie auf unserer Facebook-Seite, auf der wir die Schau live kommentierten.

Neumünster am Abend - 2016

Die neue Schausaison 2016 begann in Schleswig Holstein mit einer bis auf den letzten Platz gefüllten, festlich geschmückten Holstenhalle sowie voller freudiger Erwartung auf einen spannenden Abend ganz im Namen der Rinderzucht. Insgesamt wurden über 500 Kühe vorgestellt, welche durch die Rassen Schwarzbunt, Rotbunt und Angler-Rinder vertreten wurden. Der Abend wurde mit dem Richtwettbewerb der Jungrinderklassen eröffnet. Bei den Rotbunten siegte die COLOUR-P-Tochter Rhiana P aus dem Zuchtbetrieb von Lars Remmers, Westerhorn. In der Klasse der Angler warb das Jungrind „Sanddorn“ (Claus-Heinrich Jacobsen, Holtsee) für sich und konnte den Sieg sichern. Erstplatzierte bei den Schwarzbunten wurde die stilvolle FEVER-Tochter Sila,  gezüchtet von Dirk Huhne aus Bergfeld.

Im Anschluss an diese erste wichtige Entscheidung des Abends kam es zur Vorstellung von sieben Nachzuchtgruppen der Rassen Deutsche Holstein (Rbt, Sbt) und Angler. Präsentiert wurden die aktuellen Newcomer der töchtergeprüften Vererber, vertreten durch SNOWTRUCK, CAMERA, BEACONATOR, DIZZY-RED, PHENO-RED P,  DERTOUR und NOUGAT.  Den ersten großen Höhepunkt des Tages bildete dann die Auswahl des Nachzucht-Champions. Die Siegerin namens Pretty, eine harmonische Färse, wurde gelobt aufgrund ihrer sehr guten Euterqualität und ihres bestechenden Fundaments. Pretty ist eine CAMERA-Tochter. Wir gratulieren den Züchtern Christian Gonnsen aus Struckum und der Andresen/Gerdes GbR in Haurup.

Der SNOWMAN-Sohn „CAMERA“ zeigte auf ganzer Linie seine sehr ansprechende Vererbungskraft, die sich im Besonderen in Größe, Länge, Tiefe sowie sehr guten Beinen und exzellenten Eutern bewies. CAMERA ist somit ein interessanter Bulle, wobei der Erbfehler BY beachtet werden muss.

Das Richtgeschehen ging nahtlos über mit dem Einzug der jungen Färsen aus den drei verschiedenen Rassen. Der Sieg der Schwarzbunten ging an eine GOLDDAY-Tochter KAX Double, eine sehr große und stark gebaute junge Färse, aus dem Zuchtbetrieb der Kaack GbR in Mözen. Allgemein setzten die Preisrichter auf große und stilvolle Färsen, so wie auch bei der nächsten Entscheidung.

Die SNOWMAN-Töchter KAX Dusty-Snow und ihre Vollschwester KAX Dejavue erzielten einen Doppelsieg in der darauffolgenden Kategorie „Jung“. Beide stammen ebenfalls aus dem Zuchtbetrieb der Kaack GbR.

Viele spannende Entscheidungen sorgten für einen kurzweiligen Schauverlauf. Die genauen Rangierungen können Sie der Prämierungsliste entnehmen. Der Höhepunkt des Abends war die Auswahl des „Grand Champion von Neumünster 2016“. Nach kurzer Besprechung der Preisrichter entschied die SANCHEZ-Tochter Nanina das Geschehen für sich. Sie setzte sich gegen 12 weitere Konkurrentinnen durch. Herzliche Glückwünsche von der ALL an die Zuchtstätte Christian Fischer in Brunsbeck im südlichen Schleswig-Holstein.

Durch die ALL wurde kurz vor Mitternacht die Ehrung der Kuh mit der höchsten 3-Generationenlebensleistung vorgenommen. Der ALL-Ehrenpreis ging an Dominante (PEDANT x NOTEL x FROHSINN) gezogen und vorgestellt von Hans Sach aus Zarnekau. Die 3-Generationenleistung von  275.817 M-kg verteilt sich wie folgt:

Eigenleistung (12 Ka/11 La LL: 99.132 Milch-kg, 4.656 kg Fett und 3.710 kg Eiweiß)

Mutterleistung (8 Ka/7La LL: 75.484 Milch-kg, 3.131 kg Fett und 2.939 kg Eiweiß)

Mutters-Mutterleistung (9 Ka/ 9La  LL: 101.201 Milch-kg, 4.098 kg Fett und 3.454 kg Eiweiß)

Verfolgt man die Generationenleistung weiter, so verweist der Züchter in 5 Generationen auf außergewöhnliche 500.000 Milch-kg. Wir gratulieren Herrn Sach herzlich und kommen sehr gerne wieder in die Holstenhallen.

Prämierungsliste Neumünster am Abend 2016

ALL Mitteilungen auf dem Postweg und zum Download

Traditionell zu Weihnachten haben wir unsere ALL-Mitteilung auf den Postweg gebracht. Sie berichtet ausführlich über unsere LebensLeistungs-Tour 2015 nach Friesland und Holland. Bereichert wird sie durch eine interessante Auswertung zum Sperma-Sexing.

Ihnen, liebe Rinderzüchter und Freunde der ALL-Mitteilung, wünschen wir  friedvolle, besinnliche sowie geruhsame Weihnachtsfeiertage im Kreise Ihrer Lieben. Vielleicht haben Sie Lust, in einer ruhigen Stunde zwischen den Feiertagen Ihrer Passion zu frönen und finden Zeit, in der ALL-Mitteilung zu stöbern. Wir haben sie zum Download bereitgestellt.

Für das Jahr 2015 wünschen wir bestes Gelingen Ihrer Anliegen, Erfüllung Ihrer Wünsche, Gesundheit und weiterhin Spaß bei der Rinderzucht.

Zuchtwertschätzung Dezember 2015

Nach Veröffentlichung der neuen Zuchtwerte durch das VIT haben wir für Sie schnellstmöglich die Rubrik Vererber und die Datenbanken für die Zuchtwert- und Outcrossampel aktualisiert. Einen ausführlichen Kommentar zur Zuchtwertschätzung werden wir in Kürze veröffentlichen. Die Zuchtwertabweichungsanalyse ist bereits verfügbar.

BONHOF-Nachzucht in Laasdorf vorgestellt

Im Rahmenprogramm der Landesschau Thüringer Rinderzüchter wurde am 17. September 2015 eine mit sehr viel Spannung erwartete fünfköpfige Nachzuchtgruppe des ALL-Logo-Bullen BONHOF (619011) präsentiert. Schließlich handelt es sich bei BONHOF um die aktuelle Nr. 3 der nachkommengeprüften Bullen im Exterieurzuchtwert (RZE) sowie den Listenführer im Merkmal Euter. Zudem kann seine Mutterline in direkter Folge neun  Generationen Exzellent oder Very Good vorweisen.

Die aufgetriebenen Tiere waren im Durchschnitt 28 Monate alt und verfügten über ein sehr geringes Erstkalbealter von 23,6 Monaten. Die Töchter entstammen dem Ersteinsatz von BONHOF im Thüringer Zuchtgebiet, wurden auf fünf verschiedenen Thüringer Betrieben gezogen und hatten fünf unterschiedliche Mutterväter. Drei der fünf vorgestellten Tiere befanden sich bereits am Ende des 2. Laktationsdrittels. Aufgrund der BHV-1 Bestimmungen konnten keine hessischen Tiere an der Schau teilnehmen.

Dominiert wurde die Gruppe von der Katalog-Nr. 106 Boa von der Agra-Milch e.G. Frohndorf aus Sömmerda. Dieser Eindruck wurde durch eine 1A-Rangierung im 2. Ring der Jungkuhklassen manifestiert.

Beschreiben möchten wir die Nachzuchtgruppe wie folgt:

Gut mittelrahmige, milchtypische sowie spätreife Jungkühe, welche offensichtlich über die gewünschte Entwicklungsfähigkeit verfügen.  Eine feste Oberlinie verbindet die Vorhand mit abfallenden breiten Becken, deren Umdreher korrekt platziert sind. Die gut beaderten Euter wurden teilweise sehr hoch mit einem deutlichen Zentralband getragen.  Mehrheitlich fielen die überzeugenden Vordereuter sowie eine wünschenswerte Strichlänge auf. Die BONHOF-Töchter wurden von parallel eingeschienten Hinterbeinen mit ordentlicher Sprunggelenksqualität und straffer Fesselung getragen. Die im Linearprofil mit 82 ausgewiesene steile Hinterbeinwinkelung konnten wir im Ring in dieser Form nicht beobachten.

BONHOF stammt nicht aus einem Embryotransfer. Der Pedigreeaufbau BOWSER x DAMION x GOLDWIN sichert ihm sehr breite Einsatzmöglichkeiten, wobei lediglich seine Verwandtschaft zu GOLDWIN, JOCKO BESN und DURHAM-Blut nicht ignoriert werden darf.

BONHOF ist für die ALL ein „Grundlagenbulle“, der angepaart an leistungsstarke Kühe das Fundament einer Herde stärkt und Fehlentwicklungen bei Merkmalen wie der Beckenlage oder der Strichlänge ohne Einbußen bei anderen Exterieurmerkmalen korrigiert. Die gesamte Eutervererbung kann man nur mit überragend bezeichnen. Eine weitere Präsentation von Töchtern bei der Landesrinderschau „Hessens Zukunft“ ist im Februar 2016 in Alsfeld geplant.

Die Mitbesitzorganisation LTR berichtet über eine extreme Besitzerzufriedenheit. Beiden Besitzorganisationen LTR / ZBH gratulieren wir zu diesem Bullen sehr herzlich und wünschen besten Erfolg bei der Vermarktung.

Erste Töchterbilder finden Sie in der Rubrik Vererber.

CITIZEN komplettiert die ALL-LOGO-Bullenempfehlung

Er ist nach Meinung des Zuchtbeirates der ALL der kompletteste verfügbare Vererber mit dem Schwerpunktmerkmal Milchleistung. Als extremer Milchmengenvererber kann er mit einer tadelsfreien Zuchtwertkette aufwarten. Entscheidend für uns war die einzigartige Kombination von positiver Leistungs-, Euter- und Fundamentvererbung. Das erreichte Zuchtwertniveau für diese drei Merkmale in Kombination ist ein Alleinstellungsmerkmal für CITIZEN und macht ihn für uns wertvoll.  

CITIZEN ist einer von 15 aktuell verfügbaren CHEVROLET-Söhnen.  Er stammt von Anderstrup Holsteins aus Dänemark und lässt sich auf den Kuhstamm von WA-Del Hayden zurückführen. Mutter Henja (VG 89) und Großmutter Heidi (VG 89) wurden mehrfach erfolgreich als Bullenmütter angepaart. Mehrere deutsche Zuchtorganisationen haben Söhne dieser beiden Kühe im Besitz – ein weiterer Beweis für die Begehrlichkeit der Nachkommen aus diesem Kuhstamm.

CITIZEN  wurde von uns am 07.09.2015 in Augenschein genommen. Der 14 Monate alte Bulle  präsentierte sich:

  • sehr gut entwickelt mit einem robusten Gesamteindruck
  • seine Oberlinie war fest und er hatte die notwendige Körperlänge
  • die Vorhand war von durchschnittlicher Stärke und Tiefe
  • das etwas kürzere Becken war leicht abfallend gelagert, wobei die Umdreherposition noch korrekt war
  • seine Bewegung auf parallelen Hinterbeinen war flüssig und harmonisch
  • die Sprunggelenke sind mit „klar“ korrekt beschrieben
  • er wird von hohen sowie leicht geöffneten Trachten bei fester Fesselung getragen   

CITIZEN hat einen hohen individuellen Inzuchtgrad von 8,95 %. Eine verwandtschaftliche Outcross-Stellung liegt zu folgenden Bullen vor: BOLTON, BW MARSHALL, CHAMPION, CONVINCER, DURHAM, GIBOR, GOLDWIN, JOCKO BESN, LAUDAN und STORM, so dass sich eine Anpaarung an Nachfahren dieser Bullen empfiehlt.  Durch den Pedigreeaufbau ist MTOTO-, O-MAN-, PLANET-, SHOTTLE- und RAMOS-Blut in höheren Anteilen verankert. Dies sollte aus unserer Sicht beachtet werden.

CITIZEN leistet sich in seiner Zuchtwertkette nur eine beachtenswerte Unvollkommenheit. Die Melkbarkeit liegt mit RZD 92 gering unter dem Populationsmittel. Werden diese Merkmalsausprägung  sowie die verwandtschaftlichen Beziehungen nicht ignoriert, so ist CITIZEN eine klare Empfehlung für die Anpaarung an mittelrahmige Kühe mit entsprechender Körpersubstanz zur durchgreifenden Leistungssteigerung in der nächsten Generation und dies bei einem Zugewinn an Exterieurqualität.

Der RinderAllianz gratulieren wir zu diesem Bullen sehr herzlich und wünschen uns allen, dass die töchterbasierten Zuchtwerte von CITIZEN in drei Jahren unsere Erwartungen unterstreichen.

ERALDO PP von der MASTERRIND erhält das ALL-LOGO

Er ist somit der erste und im Moment einzige Bulle aus den Hornloszuchtprogrammen unserer Kooperationspartner, welcher das ALL-LOGO führen darf.

Als Folge der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion wurde gegenüber dem Zuchtbeirat der ALL verstärkt der Wunsch der Landwirte nach ALL-empfohlenen Hornlosvererbern geäußert.

Mit 833034 ERALDO PP können wir nunmehr einen Bullen empfehlen, der neben der gewünschten Homozygotie für Hornlosigkeit fast keine Fehler im Vererbungsprofil erkennen lässt.

ERALDO PP ist ein außergewöhnlicher Hornlosvererber, den die Mitglieder unseres Zuchtbeirates am Mittwoch in Augenschein nahmen. Hervorheben möchten wir einige für unsere Entscheidung wichtige Fakten.

  • Er ist ein homozygot hornloser Bulle ohne die vielfach gebrauchten Quellen Lawn-Boy und Mitey P.
  • Seine Blutführung lässt eine universale Anpaarung zu, wenn die Verwandtschaft zu GOLDWIN und PLANET berücksichtigt wird.
  • ERALDO PP ist outcross zu BOLTON, BW MARSHAL, JOCKO BESN, O-MAN, CHAMPION, CONVINCER, GIBOR und LAUDAN.
  • Seine in England stehende Mutter verfügt über eine Eigenleistung.
  • Die Kuhfamilie zeichnet sich durch hohe Inhaltsstoffe aus, die auch ERALDO PP in seinem Vererbungsprofil zeigt.
  • Seine Mutter ist über BOOKEM x MR. SAM x POLL PLUS (AEROSTAR) x RAIMON (RAIDER) x LUKE x BLACKSTAR x INSPIRATION x DIENER x REX gezogen.
  • Väterlicherseits lässt er sich auf die ROXY-Familie zurückführen.
  • ERALDO PP ist in der Lage die Beckenlage zu korrigieren ohne auf Beckenbreite zu verzichten.
  • Er präsentiert sich als mittelgroßer Bulle mit der notwendigen Harmonie, guten Übergängen, einem langen Becken mit der gewünschten Neigung, klarem Fundament und angestrebter Hinterbeinwinkelung und guter Bewegung.
  • Seine ansprechende Zuchtwertkette findet ihren Glanzpunkt in der Exterieurvererbung und der von uns bevorzugten Ausgeglichenheit im Fundament- und Euterzuchtwert auf hohem Niveau.

ERALDO PP hat einen individuellen Inzuchtgrad von 5,14 %. Bei der Anpaarung sollte die Strichlänge beachtet werden. Auf Kühe mit überdurchschnittlicher Milchmenge angepaart, wird ERALDO PP hornlose Spitzenprodukte hinterlassen. 

Im Segment der Hornloszucht ist ERALDO PP für uns zurzeit der klare Favorit. Sein Vererbungsprofil und seine Genealogie lassen unter Beachtung der o.g. verwandtschaftlichen Beziehungen einen umfassenden Einsatz zu, um einen ersten entscheidenden Schritt bei der Etablierung des Hornlosgens in den Herden zu erzielen.

Der Masterrind GmbH wünschen wir beste Vermarktungserfolge und gratulieren zu diesem Bullen herzlich. 

♂ Burket-Falls ABC P und ♀Hickorymea Lass Ovada P VG 86 sind maßgebliche Quellen der Hornlosigkeit

Weitere hochinteressante Informationen über Herkunft, Genealogie, aktuellem Stand und Perspektiven der Zucht auf Hornlosigkeit präsentierte Hartwig Meinikmann, Abteilungsleiter Zucht unseres Kooperationspartners RUW, auf der ALL-Jahrestagung am Sonnabend.

Dieses kleine Kompendium stellen wir zum Download bereit, um allen Neugierigen den Zugang zu diesen wichtigen Hinweisen zu ermöglichen.

Neuer ALL-LOGO-Bulle aus dem Zuchtprogramm von LTR/ZBH

Mit 619102 BUSHMAN konnten wir am vergangenen Dienstag einen nicht alltäglichen Bullen in Augenschein nehmen. Mehrere Gründe unterscheiden ihn von seinen „Mitbewerbern“.

Explizit hervorheben möchten wir:

  • die etwas andere Abstammung  mit Bube x VG 88 Bookem x VG 89 Mascol minimiert die Blutanteile vieler intensiv in der Holsteinzucht benutzter Bullenväter (Shottle und Goldwin erst in der vierten Generation)
  • kein O-Man-Blut
  • der zur Zeit einzige verfügbare Sohn des Beacon-Sohnes Bube vom VOST
  • er stammt nicht aus ET
  • seine Mutter verfügt über eine Eigenleistung
  • BUSHMAN hat die selten vorkommende Balance zwischen Stärke und Milchcharakter
  • er präsentiert sich sehr gut entwickelt mit einer vorzüglichen äußeren Erscheinung - charakterisiert durch einen harmonischen sowie kompakten Körperbau, parallel gestellte  Beine, hohe Trachten, geschlossene Klauen und beste Bewegung. Das etwas kürzere Becken ist korrekt gelagert, mit der gewünschten Lage des Umdrehers und wird von einer Hinterhand mit tadelsfreier Winkelung getragen

BUSHMAN hat einen individuellen Inzuchtgrad von 5,38 %. Neben O-Man liegen geringe verwandtschaftliche Beziehungen zu BW Marshall, Bolton, Champion, Convincer, Durham,  Gibor, Jocko Besn, Laudan, und Storm vor. Bei der Anpaarung sollte die Verwandtschaft zu Mtoto, Shottle sowie Planet unbedingt beachtet werden. 

Da das Vererbungsprofil keinerlei Schwächen aufweist, ist BUSHMAN als "Allrounder" zu bezeichnen und sollte grundsätzlich auch so eingesetzt werden. Angepaart auf Kühe, die schon ein wenig überfeinert wirken, sind sicher die besten Ergebnisse zu erwarten.

BUSHMAN-Sperma kann bereits gesext geordert werden.

Wir gratulieren den Besitzorganisationen LTR / ZBH zu diesem Bullen und wünschen beste Vermarktungserfolge.

BOLARO erhält das ALL-LOGO

denn er ist unserer Meinung nach der kompletteste von 27 verfügbaren Halbbrüdern. Er wurde im Landkreis Schleswig-Flensburg bei Frank Thomsen gezogen und hat mit BOOKEM und BEACON zwei von der ALL gleichfalls empfohlene Großväter. Sein Vater BOSS wurde im Zuchtprogramm der OHG intensiv eingesetzt.

BOLARO (811516) ist im Besitz der RBB GmbH, hat einen Inzuchtgrad von 6,33% und stammt aus einem Embryotransfer. Bei der Auswahl des Bullen war uns neben einer tadelsfreien Zuchtwertkette die Ausgeglichenheit für die Exterieurzuchtwerte Fundament und Euter von hoher Wichtigkeit. Diese kombiniert er mit einem hohen Leistungszuchtwert, so dass BOLARO breit eingesetzt werden kann. Seine zunächst nicht sofort offensichtliche Verwandtschaft zu GOLDWIN, PLANET, O-MAN und SHOTTLE ist bei der Anpaarung zu beachten.  

Geringe verwandtschaftliche Beziehungen liegen zu BW MARSHALL; BOLTON; CHAMPION, CONVINCER; DURHAM; GIBOR; JOCKO BESN; LAUDAN und OUTSIDE vor.

Weitere ALL-Logo Kandidaten von den Besitzorganisationen LTR/ZBH, MAR und RA wird die ALL in den kommenden Tagen vor Ort besichtigen.

SURAN, BONHOF und JERICHO glänzen als Listenführer

der töchterbasierten Bullen bei unterschiedlichen Relativzuchtwerten. Das Wunderbare ist, dass diese Bullen vom Zuchtbeirat der ALL seit Jahren beharrlich empfohlen werden. Diese Zuchtwertschätzung war der Lohn für das Zutrauen in die eigene Entscheidung, die Treue zum Produkt und vielleicht auch den etwas tieferen Blick hinter die Kulissen. Bekanntermaßen empfiehlt die ALL nur Genomics, welche zuvor auf der Besamungsstation in Augenschein genommen wurden.

Der Super-Sohn SURAN von der RBB GmbH übernimmt aus dem Stand mit 475 Töchtern die Führerschaft in der Rangierung nach dem Gesamtzuchtwert (RZG 150). Seine Zuchtwertkette ist exquisit, wobei die Besitzorganisation einen zurückhaltenden Einsatz bei Färsen empfiehlt. SURAN wurde intensiv als GENOMIC eingesetzt, so dass er seine Klasse alsbald durch weitere große Töchterzuwächse beweisen kann.

In der ALL-Mitteilung 02/2012 behauptete Wilhelm Spangenberg „Kuhfamilie und Genomic, das geht!“ und beleuchtete die Familie von BONHOF (Bowser x Damion). Er war einer der ersten neun genomischen ALL-LOGO-Bullen und wurde zum damaligen Zeitpunkt aus einem Pool von 2.697 Kandidaten ausgewählt sowie in Erfurt besichtigt. In direkter Folge kann seine Mutterline neun Generationen Exzellent oder Very Good vorweisen. Die Mutter Savannah und seine mütterliche Großmutter Saturday sind jeweils EX 90 eingestuft. Bonhof stammt aus dem Zuchtprogramm von LTR/ZBH und hat ALL-Appeal , wobei die Melkbarkeit und die Hinterbeinwinkelung bei der Anpaarung beachtet werden sollten. Sein Exterieurzuchtwert liegt bei 137 Punkten (Rang 3). Im Teilzuchtwert Euterexterieur ist der Spross der Sassy-Sexation-Familie Listenführer mit 145 Punkten. Bisher wurden 60 Töchter klassifiziert und wir hoffen sehr, dass am 17. September in Laasdorf im Rahmen der „Landesschau der Thüringer Rinderzüchter“ eine erste Töchtergruppe präsentiert wird.

Erwähnt werden soll unbedingt auch der Listenführer nach RZN JERICHO (RZN 139, bei bereits 789 Töchtern; Si 60%). Er ist einer der von uns empfohlenen Jeeves-Söhne und seine züchterische Heimat ist unser Kooperationspartner RUW. JERICHO ist uns mit seinem tadelsfreien (!) Exterieur bei der Besichtigung auf der Besamungsstation in bester Erinnerung.

Diese Zuchtwertschätzung stellt auch eine Zäsur für die ALL-Kollektion dar. Aus unterschiedlichen Gründen gilt es, eine größere Anzahl Bullen aus der Empfehlung zu nehmen. Dabei sind auch Bullen der ersten Stunde, die wir bereits vier Jahre in der Empfehlung hatten. Ursachen sind:

  • die Zuchtwertentwicklung
  • die einseitige Beendigung der Kooperation durch den Zuchtausschuss des VOST
  • der natürliche Abgang von Bullen
  • das Auftreten eines neuen Erbfehlers – des Cholesterin Defizit Haplotyp (CDH)

Jeweils basierend auf einem der zuvor genannten Gründe wurden die Bullen DETROIT, EMALO, GOLDFINK, GUNNAR, JERUDO, LENNOX, LONAR, MASSACIO, NIDALL, STABY, BELGRAD, CAPONE und DEMPSEY aus der Kollektion genommen.

Die ALL hat sich entschlossen, Bullen, welche voraussichtlich Träger des CDH sind, von der Empfehlung auszuschließen. Der wissenschaftliche Diskurs ist bisher nicht abgeschlossen und eine Verbreitung dieses Erbfehlers in der Population möchten wir beim gegenwärtigen Wissensstand nicht befördern.

Der Zuchtbeirat der ALL wird am 18. August sehr zeitnah abschließend über die Ergebnisse der letzten Schätzung befinden. Im positiven Sinne „Ungeduldigen“ wollen wir bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt den notwendigen Überblick geben. Aus diesem Grund haben wir die bekannte Liste der Zuchtwertveränderungen zum Download beigefügt.

Einige Aspekte sollen ausdrücklich Erwähnung finden. Mit GOLD-RED und PIEDRO haben zwei weitere Bullen den Übergang zu den töchterbasierten Zuchtwerten vollzogen, wobei GOLD-RED mit einem Abschlag von weiteren 13 Punkten im RZM bei nunmehr 92 Punkten die Erwartungen im Leistungszuchtwert nicht erfüllen konnte. Gegenüber seinem RZM bei der Logo-Vergabe im Mai 2012 ist dies ein Abfall um 22 Punkte. Seine Stärken liegen eindeutig in der Exterieurvererbung. Auch PIEDRO können wir nicht als Milchmengenvererber bewerben. Seine Qualität sehen wir unter einem ganz anderen Aspekt.

  • sein Vater PRINCE beweist seit Jahren (mit nunmehr 16.265 Töchtern) seine Qualität und hinterlässt funktionelle Laufstallkühe mit hoher Fundamentqualität (FU 133) bei besten funktionalen Merkmalen
  • PRINCE-Söhne sind nur in geringer Zahl vorhanden
  • mit seinem Fundamentzuchtwert von 139 spielt PIEDRO in einer eigenen Liga,
  • sein Pedigree hat geringste verwandtschaftliche Beziehungen zu O-Man und Planet, deren Söhne in der Fundamentqualität überwiegend nur durchschnittlich sind – hier sehen wir für die Zukunft seine besondere Bedeutung

Im Ganzen brachte die Zuchtwertschätzung geringe Schwankungen. BAXTINO, EDWAY und EMINEM konnten mehrere Punkte im RZN zulegen. HAFNAR (MAR), BOOKEM sowie BRAWLER steigerten ihre Leistungszuchtwerte, wobei mit BOOKEM sicherlich ein „einmaliger“ Bulle verfügbar ist. Selbst Züchter mit jahrzehntelanger Erfahrung sollten sich schwerlich an Bullen mit so einer harmonischen Zuchtwertkette auf höchstem Niveau, nachgewiesen durch bisher 5.452 Töchter unter Vermeidung jeglicher Extreme, erinnern können. MASCALESE hat inzwischen erste Töchter in Deutschland.

Mit dieser kurzen Zusammenfassung verweisen wir auf die kommenden Veröffentlichungen ab Ende nächster Woche, soweit weiteren Bullen das ALL-Logo zugesprochen werden kann.